MCS
Multiple Chemikalien-Unverträglichkeit

Personen, die an MCS leiden, sind meist mit mehreren gesundheitsschädigenden Stoffen in Berührung gekommen. Dies können z. B. unterschiedliche Chemikalien oder auch Zahnmetalle sein. Eine langanhaltende und geringe Chemikalienexposition kann genau wie eine kurzfristige größere Belastung oder eine erhebliche Zahnmetallbelastung zu dieser Erkrankung führen. Oft ist es so, dass zum Schluss eine geringe Menge der belastenden Stoffe das Fass zum überlaufen bringt und die Erkrankung dann, nach vielen Jahren des Kränkelns, heftig ausbricht.

Genetische Faktoren und die Aktivität bestimmter Enzyme spielen dabei eine große Rolle. Häufig wird die Chemikalien-Unverträglichkeit von einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit begleitet. In beiden Fällen treten die unterschiedlichsten Symptome auf. Diese verstärken sich nach dem Kontakt mit unverträglichen Stoffen - das kann ein Hauch von einem Duftstoff sein - oder nach dem Genuss von unverträglicher Nahrung.

Meist treten diese Symptome gleichzeitig an unterschiedlichen Organen und Körperteilen auf. Die Symptome sind so vielfältig, dass es schwer fällt sie alle zu erfassen. Sie betreffen das zentrale Nervensystem und lösen so z. B. Seh-, Gang- und Konzentrationsstörungen, Schwindel sowie Taubheitsgefühl an Armen, Beinen und anderen Körperteilen aus. Aber auch ein Kribbeln an diesen Körperteilen kann auftreten.

Panik, Aggressionen und Depression, die plötzlich auftreten und dann auch ohne erkennbaren Grund wieder verschwinden, sind auch Symptome der MCS. Muskelschmerzen, -zucken und -zittern, inneres Zittern, Händezittern und Schmerzen in Gelenken, die auch heiß und dick sein können, sind ebenso Symptome der MCS. Es werden aber auch Beschwerden im Magen und Darm ausgelöst. Dazu gehören Übelkeit, Magen- und Darmkrämpfe, Durchfall und eine gestörte Darmflora.

Häufig zeigen auch der Kreislauf und das Herz Symptome, z.B. Herzrasen, Herzstolpern und starke Blutdruckschwankungen. Oft betroffen sind auch die Ohren - Tinnitus, Druck auf den Ohren, unterschiedliches Hören - dass heißt es gibt Zeiten, in denen hört man alles zu laut, dann wieder gibt es Zeiten, da hört man alles so leise, dass man kaum etwas verstehen kann - und eine Geräuschempfindlichkeit, die zeitweise in Schmerz übergeht, sind mögliche Symptome. Weitere Symptome sind Haarausfall, brüchige Fingernägel, Wassereinlagerungen, oft blaue Flecke ohne sich gestoßen zu haben und ständig kalte Hände und Füße, nicht zu vergessen sind Lähmungserscheinungen bis hin zur Gangunfähigkeit.

Das ganze wird in den meisten Fällen von einer stark geminderten Leistungsfähigkeit, Antriebslosigkeit und ständiger Müdigkeit begleitet. Es könnten noch viele Symptome hinzu gefügt werden, aber bei den unterschiedlichen Verläufen dieser Erkrankung wird es nötig sein, diese mit dem jeweiligen Betroffenen durch zusprechen.

Um einem nicht Betroffenem die Möglichkeit zu geben, sich das Beschwerdebild eines MCS Betroffenen vorstellen zu können, hier eine kurze Zusammenfassung von dem, was Leben für einen MCS-Erkrankten heißt.

Er fühlt sich täglich wie ein Mensch, der nach reichlichem Alkoholkonsum einen schlimmen Kater hat. Das heißt, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Herzrasen, Licht und Geräuschempfindlichkeit, unfähig sich auf geistige Arbeit zu konzentrieren und völlig erschöpft. Dazu kommen Muskel und Gelenkschmerzen wie bei einer starken Grippe, Seh- und Sprachstörungen wie nach einem Schlaganfall, Zittern wie bei einer Schüttellähmung, Durchfall wie bei einer Magen-Darmgrippe, Blasenentlehrungsstörung und Gangstörung wie bei einer Multiplen- Sklerose und vieles mehr.

Und das in schweren Fällen alles zusammen und jeden Tag, da diese Symptome nicht wie nach einem Alkoholkater am nächsten Tag verschwunden sind. Wenn die Betroffenen Glück haben, bessern sich ihre Beschwerden bei strenger Meidung aller unverträglichen Dinge, aber schon der geringste Hauch eines Stoffes reicht aus, um die Symptome wieder zu verstärken.

Und wo ist die Welt, auf der es Betroffenen gelingt, keine symptomauslösenden Stoffe anzutreffen?

Hier noch eine Zusammenfassung zu MCS
Was ist Chemikalienunverträglichkeit (MCS)?

Die Ursachen

MCS steht für "Multiple Chemical Sensitivity" (= vielfache Chemikalienunverträglichkeit). Die Fähigkeit des Körpers, auf alltägliche Umwelteinflüsse (zum Beispiel Chemikalienexposition, Nahrungsaufnahme) angemessen zu reagieren, ist bei den Betroffenen in unterschiedlich starkem Ausmaß gestört. Unterschiedliche Faktoren können die Ursache sein, meist wirken mehrere zusammen: Eine lang anhaltende, eher geringe Chemikalienexposition oder eine kurzfristige größere Belastung, eine erhebliche Zahnmetallbelastung, Mangel- bzw. Fehlernährung, berufliche oder private seelische Belastungen und vieles andere. Ob und in welchem Ausmaß ein Mensch erkrankt, ist jedoch auch wesentlich von genetischen Faktoren, insbesondere der Aktivität bestimmter Enzyme (Eiweiße, die bei Stoffwechselvorgängen entscheidende Bedeutung haben) abhängig. Menschen, bei denen bestimmte Enzyme fehlen oder in ihrer Aktivität eingeschränkt sind, erkranken schon bei geringeren Belastungen als solche, die diesbezüglich gut ausgestattet sind. Ist die individuelle Belastbarkeit eines Organismus überschritten, beobachten die Patienten häufig Chemikalien- und Nahrungsmittelintoleranzen. Sie reagieren auf geringste Mengen flüchtiger Chemikalien bzw. Nahrungsmittel mit ihren individuellen Unverträglichkeitsreaktionen.

Die Symptome

Nach Kontakt mit Spuren dieser Chemikalien treten bei den Betroffenen häufig die verschiedensten Symptome auf Es können alle Organsysteme betroffen sein, meist mehrere gleichzeitig, zum Beispiel das Zentralnervensystem (z.B. Verwirrtheit, Benommenheit, Schwindel), das Herz-Kreislauf-System (z.B. zu schneller oder langsamer Puls, zu hoher oder niedriger Blutdruck), die Atmungsorgane (z.B. Husten, Atemnot), der Magen-Darm-Trakt (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Völlegefühl), die Muskeln und Gelenke (z.B. Schmerzen oder Schwäche), die Haut (z.B. Neurodermitis) oder es kann allgemein vermehrte Erschöpfbarkeit bestehen. Es kann auch zu Ungleichgewichten im endoktrinen System kommen, z.B. Sexualhormonstörungen, manchmal mit der Folge von Unfruchtbarkeit.

Wie kann sich ein Gesunder die Beschwerden vorstellen?

Viele Menschen hierzulande haben Erfahrungen mit einem schlimmen "Kater" nach reichlichem Alkoholkonsum. Er ist die Folge einer leichten "Alkoholvergiftung". Die Symptome sind teilweise vergleichbar mit denen von MCS-Patienten. Der "Verkaterte" leidet u.a. an starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Herzrasen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Unfähigkeit zu konzentrierter geistiger Arbeit. Spätestens nach einem Tag hat sich aber der Körper des Gesunden von dieser "Vergiftung" erholt. Ganz anders ist es beim MCS-Patienten, der Spuren von Chemikalien aus der Luft oder der Nahrung aufgenommen hat. Bei diesen Menschen sind die Stoffwechselvorgänge, die im Körper nach einer Chemikalienbelastung ablaufen, gestört, deshalb muss der Betroffene viel länger unter seiner Symptomatik leiden: Je nach individueller Empfindlichkeit, Chemikalienmenge und Expositionsdauer von mehreren Minuten, Tagen bis zu Monaten. Das gilt natürlich nur, wenn zwischenzeitlich kein neuer "Chemieunfall" eintritt. In der Regel sieht es niemand dem Betroffenen an, wie schlecht es ihm geht.

Soziale, gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen für Betroffene

Da es nur wenige, vielfach nur Spezialisten bekannte objektive Untersuchungsmethoden zur medizinischen Diagnose gibt und das MCS- Syndrom noch nicht als Erkrankung anerkannt ist, werden die Betroffenen von Ärzten meist nicht ernst genommen und für psychisch bzw. psychosomatisch krank oder Simulanten gehalten. Das soziale Umfeld in der Familie und am Arbeitsplatz reagiert häufig ähnlich, wenn der Empfindliche zum Beispiel um Rücksichtnahme bezüglich Tabakrauch und Duftstoffeinsatz bittet, da die nach der Exposition sehr bald auftretenden Symptome wie Konzentrationsstörungen, Benommenheit und innere Unruhe ja nach außen nicht sicht-bar sind und man ihm seine Beschwerden nicht glaubt. Die Folge ist, dass der Erkrankte sich oft weitgehend isoliert, um seinen individuel-len Auslösern zu entgehen. Zusätzlich zu der ständigen Belastung durch Symptome und der damit verbundenen geringeren allgemeinen Leistungsfähigkeit sowie den sich aus der Notwendigkeit der Meidung von Chemikalien ergebenden Einschränkungen kommt noch der soziale Druck. Diese psychische Belastung kann extrem sein und hat möglicherweise wei-tere negative Folgen für das Immunsystem, das bereits stark geschwächt ist.

Da die eigentliche Krankheitsursache in der Regel von Medizinern nicht erkannt oder anerkannt wird, erfolgt eine Behandlung höch-stens symtomatisch: Schmerztabletten - sofern sie noch vertragen werden - gegen Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Cortisonsalben gegen Hautausschläge, Antidepressiva gegen depressive Verstimmungen. Nicht selten wer-den Betroffene in die Psychiatrie eingewiesen.

Da es sehr schwierig ist, die Diagnose zu stellen, dauert es oft Monate oder auch Jahre, bevor eine geeignete Therapie begon-nen wird. Während dieser Zeit der Unsicherheit fällt es dem Mus-Patienten oft schwer, die Schwere seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu vermitteln und die Berufstätigkeit der aktuellen Belastbarkeit anzupassen. Da Expositionsmeidung am Arbeitsplatz meist nicht oder nur einge-schränkt möglich ist, sind zwischenzeitliche Arbeitsunfähigkeitszeiten als Regenerations-phasen oftmals erforderlich. In seltenen, besonders schweren Fällen, in denen meist auch die Therapie erst sehr spät zum Einsatz kam, kann MCS auch eine Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Therapiemaßnahmen bisher nur in eher wenigen Kliniken und bei einer ebenfalls nicht allzu großen Anzahl von niedergelassenen Ärz-ten durchgeführt werden. Da neben Expo-sitionsmeidung eine Ernährungsumstellung (Rotationskost mit Produkten aus biologischem Anbau) und meistens eine ergänzende Einnahme von Mikronährstoffen wesentliche Bestandteile der Therapie sind, kommen auf den MCS-Patienten finanzielle Aufwendungen zu - Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sind als Nahrungsergänzungsstoffe zum großen Teil nicht verschreibungsfähig. Da sich durch eine konsequente Behandlung das Krank-heitsbild jedoch in den meisten Fällen günstig beeinflussen lässt, wobei das Ausmaß der Besserung aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen natürlich individuell unter-schiedlich ist, sind finanzielle Anstrengungen des Mus-Patienten sinnvoll und im Hinblick auf die Möglichkeit einer rascheren beruflichen Wiedereingliederung eine "Zukunfts-investition". Ergänzende alternative Methoden wie Akupunktur und kinesiologische Verfahren können in einzelnen Fällen indiziert sein. Bisher setzen die Krankenkassen für die Kostenübernahme bei einer Zahnsanierung mit Entfernung der alten Amalganfüllungen eine positive Reaktion im Epicutantest voraus; ein solcher Hauttest erlaubt jedoch nur eine begrenzte Aussage über die Verträglichkeit von Zahnmaterialien und eine negative Haut-reaktion ist durchaus auch bei Patienten mit Zahnmetallunverträglichkeit zu beobachten. Es gibt als weitere Untersuchungsmöglichkeit im Hinblick auf die Verträglichkeit von Dental-materialien Lymphozytentransformationstests, so dass sich auch die Frage einer Kosten-übernahme durch die Krankenkasse bei Zahnsanierungen in anderer Form stellen wird.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass ein MCS-Patient viel Eigeninitiative aufbringen muss und auch zu finanziellen Anstrengungen bereit sein muss, damit sich sein Zustand wie-der bessert. Die Situation ist für MCS-Patienten sicher schwieriger als für Patienten mit schon lange schulmedizinisch anerkannten Krankheitsbildern. Die langfristig betrachtet jedoch meist günstigen Therapieergebnisse sollten genug Anlass sein, die Initiative zu ergreifen und solche Anstrengungen nicht zu scheuen.

Über meine erfolgreiche Behandlung berichte ich unter der Überschrift:

Weiter mit MCS